Trotz Corona: 2020 war für Childaid Network ein Rekordjahr

Amguri Schüler

Mit rund 2,5 Millionen Eur ideeller Einnahmen wurde das Jahr 2020 für Childaid Network ein Rekordjahr. Obwohl alle Spendenaktionen, Basare und Anlassspenden ausfielen, ist es gelungen, das Jahr 2019 um etwa 7% zu übertreffen. Ein wichtiger Erfolg für die Kinder und Jugendlichen in den Projektgebieten, die die Unterstützung vor allem in Corona-Zeiten dringend benötigen.

2020 begann mit dem Besuch des Entwicklungsministers in unseren Projektgebieten

Begonnen hatte das Jahr mit einem besonderen Highlight. Im Februar besuchte Entwicklungshilfeminister Dr. Gerd Müller Guwahati, die Hauptstadt der Region Assam, und ließ sich von Dr. Kasper vor Ort darüber informieren, wie es in den vergangenen zehn Jahren gelungen ist, durch das Projekt „Child Friendly Guwahati“ die Zahl der Straßenkinder in der Millionenmetropole zu halbieren und Kinderarbeit fast vollständig auszurotten. Beeindruckt lobte dieser: „Ich wünsche mir, dass es mehr solche wirksamen und professionellen Initiativen gibt.“ Für 2020 beantragte Childaid daher beim Ministerium Mittel für zwei neue Projekte zur Förderung von 20 000 jungen Menschen in Assam. Mehr lesen

100.000 € Bundeszuschüsse für unsere Projekte

Mit Erfolg: zusätzlich 100 000 Euro Bundeszuschüsse trugen mit zum Rekordergebnis 2020 bei, ebenso großzügige Solidaritätsspenden für die Nothilfe im Frühjahr. Denn als im März überraschend auch in Indien der Lock-Down kam, mussten zunächst für die Tagelöhner und arbeitslos Gewordenen in den Projektgebieten Lebensmittel-Hilfspakete gepackt und von den Partnern vor Ort zu den Familien gebracht werden, um die Menschen, vor allem zehntausende Kinder, zu ernähren bis die Hilfe vom Staat schließlich anlief. Mehr lesen

Partnerschaften mit Firmen und Förderpartnern konnten intensiviert werden

Mit Firmen und Förderorganisationen gelang es vergangenes Jahr, mehrere neue mehrjährige Partnerschaften zu begründen und bestehende zu erweitern. Überraschend gut entwickelte sich auch das Spendenergebnis. Insbesondere in den letzten Wochen des Jahres nach der erfolgreichen virtuellen #ChildaidNight wurden viele neue Spender gewonnen. „Diese Extra-Anstrengungen haben die Ausfälle von geschätzt mindestens 600.000 Euro geplanter Spenden aus Galas, Aktionen und Anlässen überkompensiert“, meint Dr. Martin Kasper.

Childaid Network blickt optimistisch in die Zukunft

Sein Blick in die Zukunft ist daher optimistisch. Für 2021 erhofft er sich eine deutliche Steigerung der Einnahmen. „Da unsere Wunschliste beim BMZ mit hoher Priorität vollständig genehmigt wurde, werden die Bundeszuschüsse um zusätzlich etwa 100 000 Euro steigen, wenn wir die Projekte wie geplant in diesen Pandemiezeiten umsetzen können.“ Die Förderpartnerschaften kalkuliert er mit rund 200 000 Euro Wachstumseffekt ein. Außerdem geht er davon aus, dass die im zweiten Halbjahr ausgefallenen Aktionen mit einem Volumen von 200 000 Euro in diesem Jahr nachgeholt werden können und der Herbst wie optimistisch erhofft nicht mehr von der Pandemie beeinträchtigt wird.

Martin Kasper

Dr. Martin Kasper

Ehrenamtlicher Vorstand Childaid Network

„Das Team fühlt sich gut gerüstet, den bereits für 2020 erhofften Wachstumsschub nun 2021 zu realisieren.“

Das Team profitiert von hochprofessionellem ehrenamtlichen Engagement

Hoch motiviert, gut integriert und äußerst kompetent mit vielen professionellen Qualitäten, viele von ihnen ehrenamtlich engagiert, so beschreibt Dr. Kasper seine Mitstreiterinnen und Mitstreiter. Die Einschränkungen durch die Corona-Herausforderungen haben neue qualifizierte Unterstützer und damit zusätzliche unbezahlte Kapazitäten auf den Plan gerufen. „Aber entscheidend war der Wunsch des Kernteams, Schwierigkeiten und Ausfälle durch innovative Ansätze zu kompensieren“, berichtet er. „Der Erfolg hat zu einem zusätzlichen Motivationsschub geführt.“

Strikte Ausgabenkontrolle reduziert die Kosten 2020

Die Kosten lagen im vergangenen Jahr dank strikter Ausgabenkontrolle, Verzicht auf Neubesetzung freigewordener hauptamtlicher Stellen, reduzierter Reisekosten und entfallender Bewirtungen um rund sechs Prozent unter denen von 2019. In diesem Jahr plant er den Vorstand der Stiftung zu verjüngen, das Team zu erweitern und so nachhaltige Strukturen zu schaffen. Nach dem Jahresabschluss im April soll das neue IT-System in Angriff genommen werden, was zunächst zwar steigende Kosten verursachen wird, die jedoch durch erwartete Verbesserung der Abläufe und Mehreinnahmen mehr als kompensiert werden sollen.

Ausweitung der Projekte in 2020 geplant

Durch die angestoßenen Maßnahmen ergibt sich bei den Projekten 2021 eine deutlich vergrößerte Reichweite.

Cynthia Dittmar

Cynthia Dittmar

Leiterin der Projektkoordination bei Childaid Network

„Wir begleiten nun 700 staatliche Schulen und Bildungseinrichtungen in drei Ländern in ihrem Bemühen um gute Unterrichtsqualität und erreichen damit 2021 etwa 40.000 Vor- und Grundschüler. Außerdem werden wir den Umfang der Berufsbildungskurse 2021 deutlich erweitern können, weil in Assam und Meghalaya neue Projekte angestoßen wurden.“

Das Gesundheitsfürsorgeprojekt in den Bergen von Ramechhap, Nepal wird auf Bitten der lokalen Gemeinden auf zwei Distrikte mit insgesamt fast 40.000 Bewohnern ausgedehnt – und die Anstrengungen, alle Kinder zur Schule zu bringen und Mangelernährung, Mädchenheirat und Kinderarbeit zu verhindern werden mit neuen Partnern im westlichen Assam in die Breite getragen. „So wird 2021 in der Bekämpfung der Pandemiefolgen ein Schlüsseljahr für Childaid Network,“ wünscht sich Dr. Kasper.

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