Childaid Network

Leben in der Müllkippe

09

Okt 15

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Das stinkt zum Himmel – Leben in und von der Müllkippe

Geschätzt 80 Familien mit 250 bis 300 Kindern leben in und von der Müllkippe in Guwahati, im Ortsteil Borgaon. Sie durchsuchen den abgeladenen Müll nach Plastik, Glas und Metall, um damit ein paar Cent zu verdienen. Teilweise barfuß oder mit Badeschlappen laufen die Kinder durch den Müll, springen gefährlich eng um die Müllwagen herum, wenn diese frisches Gut abladen, verletzen sich beim Durchsuchen der feuchten, halb vergammelten und mit Scherben durchsetzen Abfälle. Die stinkende Halde erregt bei den Besuchern Übelkeit, die herauslaufende Kloake ist voll von Krankheitserregern, die Geier und anderen Raubvögeln sind Indizien für den engen Besatz an Ratten und Mäusen.

In unserem Projekt für Slumkinder in Guwahati holen wir bereits 33 täglich vom Leben in der Müllkippe in eine saubere Tagesstätte und haben uns zum Ziel gesetzt, das Schicksal aller dieser Kinder zu verändern. (mehr siehe unten)

Mehr zum Projekt unter: https://www.childaid.net/kinderfreundliche-stadt-guwahati

Sparsam – Wirksam – Transparent

Am ‚Projekt für die Kinder in der Müllkippe‘ zeigen wir, wie Ihre Hilfe wirksam wird.

Wir verbürgen uns dafür, dass Ihre Spenden gut im Projekt ankommen. Unsere Projekte sind messbar wirksam und nachhaltig, denn wir arbeiten partnerschaftlich mit den Menschen vor Ort zusammen. Wie wir dies auch unter schwierigen Bedingungen erreichen, zeigen wir am Beispiel unserer Straßenkinderarbeit in der Großstadt Guwahati.

Hilfe für die Kinder in den Slums

In der Hoffnung auf ein besseres Leben flüchten jährlich zehntausende Familien, aber auch Jugendliche und Kinder ohne Eltern, vom Land in die Großstädte. Dort landen sie meistens in den Slums entlang der Eisenbahnschienen oder am Flussufer. Gute Arbeit finden sie selten. Mit schlecht bezahlter, dreckiger Tagelöhnerarbeit kämpfen sie ums Überleben, wie zum Beispiel auf der Müllkippe: ca. 70 Familien mit mehr als 250 Kindern leben in und von dem Müll in Guwahati. In den stinkenden Abfallbergen suchen sie nach Essen und Wertstoffen wie Glas oder Metall, die sie für ein paar Rupien verkaufen können. Die Kinder leiden am meisten darunter. Sie müssen mitarbeiten, werden häufig krank und können nicht zur Schule gehen.

Unser Konzept – eine kinderfreundliche Stadt

Am Anfang stand die Vision: Die Millionenstadt Guwahati soll kinderfreundlich werden. Kein Kind soll ausgebeutet werden, alle Kinder sollen Zugang zu Grundschulbildung und medizinischer Versorgung haben.

In einer Studie ermittelten wir, wie viele Kinder auf der Straße leben, woher sie kommen und was ihnen fehlt. Wir suchten uns Partner. Systematisch wurde die Regierung eingebunden. Pater Lukose, unser Projektleiter, wurde Vorsitzender des Child Welfare Committees (eine Art Jugendamt) von Guwahati. Mehr als 80 lokale Organisationen sind nun in sein Programm eingebunden.

Nach Pilotierung ein revolutionäres Programm

In Ergänzung zu den Waisenheimen schafften wir schrittweise Strukturen zur Unterstützung der Straßenkinder. Wir beschäftigten Sozialarbeiter, die die Familien betreuten. Sie helfen ihnen z.B. staatliche Unterstützungen einzufordern. Sie überzeugen die Eltern davon, ihre Kinder statt zur Arbeit zur Schule zu schicken.

Seit 2007 erprobten wir in Brennpunkten, was wirksam ist: Tageszentren, Nachbarschaftsschulen und Aktionsgruppen halfen, möglichst alle Kinder eines Viertels einzubinden.

Als die Aktion F.A.Z.-Leser-helfen uns zusagte, 2013 für unser Straßenkinderprojekt zu sammeln, waren wir vorbereitet, um die diese Konzepte auf die ganze Stadt auszudehnen. Unterstützt von Organisationen wie Rotary, Lions oder kirchlichen Kongregationen und Gemeinden starteten wir Nachbarschaftszentren in allen armen Parzellen der Stadt, so auch für die Kinder in der Mülldeponie. So wird Guwahati Schritt für Schritt eine kinderfreundliche Stadt. Viele Städte in Indien haben den Erfolg studiert und kopieren nun unsere erfolgreiche Vorgehensweise.

Messbare und nachhaltige Projektergebnisse

– über 1.800 Kinder wurden in Nachbarschafts-Zentren aufgenommen

– 80 Organisationen der Zivilgesellschaft helfen uns, die Kinder zu betreuen, zu ernähren und zu fördern.

– über 600 Kinder im schulpflichtigen wurden 2014 erstmals eingeschult

– 2015 sollen1.000 weitere Kinder zusätzlich in die Schule gehen

– fast 1000 Jugendliche qualifizierten wir 2014 in 13 verschiedenen Berufen

– 2015 wird die Zahl der Ausbildungsabschlüsse ähnlich hoch liegen

– Seit 2006 ist die Anzahl der Slum-Kinder, die nicht zur Schule gehen, um 70 % gesunken