Nepals junge Generation übernimmt Verantwortung

Drei junge Frauen aus Nepal

Überall auf der Welt gehen junge Menschen für mehr politische Rechenschaft, für Teilhabe und Chancen auf die Straße. Doch wie wird aus politischem Umbruch demokratische Erneuerung? Nepal kann ein wichtiges Beispiel für nachhaltige Veränderung werden. Wenn eine junge Generation Konflikte gewaltfrei austrägt und Reformen demokratisch voranbringt, lernen junge Bewegungen davon – weit über Nepal hinaus.

Die Initiative „Generation Nepal“ hat sich zum Ziel gesetzt, engagierte junge Menschen in Nepal, mit erfahrenen Fachleuten zusammen zu bringen, um sie dabei zu stärken, Strategien für demokratische Reformen zu entwickeln und ihre Vorschläge in Politik und Gesellschaft einzubringen.

Kancha Gurung in ihrer Küche in Pangsing. Foto: Peter Dietzel

„Diesmal haben wir eine echte Chance, dass sich etwas ändert“, sagt Kancha Gurung und stützt ihren Ellenbogen auf einen Kartoffelsack. Die Bäuerin lebt in Pangsing, einem Dorf auf 1.800 Metern Höhe im Himalaya. Hier endet die Straße. Weiter geht es nur mit Maultieren. Ihre Worte spiegeln die Hoffnung wider, die nach den Parlamentswahlen 2026 im Land zu spüren ist.

Der Aufbruch begann im Herbst 2025

Demonstration in Kathmandu am 8. September 2025. Foto: Skanda Gautam    
Landesweit ging die Generation Z auf die Straße und forderte Meinungsfreiheit, Transparenz und politische Rechenschaft. Die Regierung trat zurück. In der fragilen Übergangszeit halfen Tausende junge Menschen, den demokratischen Prozess friedlich fortzuführen.

Die anschließenden Wahlen veränderten die politischen Verhältnisse grundlegend. Viele junge, fachlich qualifizierte Abgeordnete und gesellschaftliche Gruppen, die bisher wenig repräsentiert waren, haben heute eine stärkere Stimme – auch in der Regierung.    

Wie kann aus dem Aufbruch eine dauerhafte Veränderung entstehen?

Korruption und politische Abhängigkeiten sind tief verwurzelt. Staatliche Institutionen verändern sich nicht mit einer Wahl. Engagierte junge Nepalis suchen nach konkreten Lösungen: Wie lässt sich Korruption wirksam bekämpfen? Wie gewinnen Polizei und Verwaltung das Vertrauen der Menschen? Wie trägt man politische Konflikte konstruktiv und gewaltfrei aus – selbst wenn Erwartungen enttäuscht werden?

Hier setzt die Initiative Generation Nepal an.

Engagierte junge Menschen kommen mit erfahrenen Fachleuten zusammen, entwickeln Strategien für demokratische Reformen und bringen ihre Vorschläge in Politik und Gesellschaft ein. Dabei gilt: Ideen, Entscheidungen und Verantwortung bleiben in nepalesischer Hand.

Menschen stärken.
Engagierte junge Menschen gewinnen Wissen, Fähigkeiten und Selbstvertrauen, um demokratische Reformen mitzugestalten.

Gemeinsam Strategien entwickeln.
Sie analysieren Konflikte und entwickeln konkrete, gewaltfreie Wege für Veränderung.

Erfahrung und neue Ideen verbinden.
Die jungen Akteurinnen und Akteure arbeiten mit erfahrenen Persönlichkeiten aus Politik, Verwaltung, Forschung und Zivilgesellschaft zusammen.

Demokratie praktisch machen.
Aus Ideen werden qualifizierte Reformansätze – für transparentere Institutionen, eine verantwortliche Politik und den konstruktiven Umgang mit Konflikten.

Dr. Mandira Sharma

Dr. Mandira Sharma

Anwältin für Menschenrechte

„Jetzt ist der richtige Zeitpunkt, denn inzwischen haben viele erkannt, dass institutionelle Reformen notwendig sind, wenn wir die Regierungsführung verbessern wollen.“

Sushil Shahi

Sushil Shahi

Rockmusiker und Peace Practitioner

„Konflikte gibt es. Die Frage ist, wie wir mit ihnen umgehen. Gewaltlosigkeit ist die stärkere Kraft.“

Dr. Thomas Prinz

Dr. Thomas Prinz

ehemaliger deutscher Botschafter in Nepal

„Nepal hat eine besondere Chance: Junge Menschen prägen einen neuen politischen Stil. Dadurch können überkommene politische Strukturen neuen Entscheidungsträgern weichen, die demokratischer denken und handeln.“

Wer hinter Generation Nepal steht

Die Initiative entstand auf Anfragen aus der nepalesischen Zivilgesellschaft. Ein ehrenamtlicher Beratungskreis in Deutschland öffnet Zugänge zu Erfahrung, Netzwerken und Trainings. Childaid Network gibt der Initiative das organisatorische Dach und sorgt für ein transparentes Finanzmanagement.

Generation Nepal stärkt Menschen, die etwas bewegen: Sie erweitern ihre Kompetenzen und vernetzen sich. Gemeinsam entwickeln sie konkrete Reformvorhaben. Darüber gehen sie in den Dialog mit Politik, Verwaltung und Zivilgesellschaft – für transparentere, verlässlichere und bürgernähere Institutionen.

Was daraus wächst, entscheiden die Beteiligten in Nepal selbst.

Generation Nepal schafft Räume, Zugänge und Verbindungen. So kann persönliches Engagement langfristig wirken – für eine starke, von den Menschen in Nepal getragene Demokratie.

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